Lieber sprechen als tippen

Erste Erfahrungen mit einem Spracheingabe-Programm

veröffentlicht am: 12.09.12, Autor: Peter Scheel

Lieber sprechen als tippen Sie kennen das? Sie müssen schnell einen langen Text auf Ihrem Computer schreiben und vertippen sich dauernd? Oder haben Sie, wie ich, oft Buchstabendreher drin? Das "I" kommt vor dem "E", statt umgekehrt. Schon lange suche ich nach einem Programm, welches mir erlaubt, per Spracheingabe Texte in den Computer zu sprechen.

Spracheingabe per Computer - ein neuer Anlauf

Vor kurzem war es dann wieder so weit: die Schmerzgrenze war mal wieder überschritten. Und so machte ich mich auf die Suche nach einem Programm, das mir meine "Tippschwäche" endlich kompensiert. Bei den Herstellern gibt es nicht viel Auswahl, so blieb nach kurzer Suche eigentlich nur eines übrig: Dragon NaturallySpeaking 12. Leider konnte ich keine Demoversion finden, so dass ich mehr oder weniger die Katze im Sack kaufen musste.

Erste Erfahrungen

Ein Headset mit gutem Mikro liegt der Verpackung bei, so konnte es nach der Installation gleich losgehen. Zuerst muss man jedoch einige Minuten lang Texte vorlesen, um die Software an die eigene Sprechweise anzupassen. Dies funktioniert jedoch problemlos und erzeugt eine gewisse Vorfreude, endlich eigene Texte einsprechen zu können.

Es grenzt an ein Wunder

Ich möchte nicht zu euphorisch erscheinen, aber was sich dann als Ergebnis bei meinen ersten Sprechversuchen erhalten habe, hat mich doch erst einmal überzeugt. Meine gesprochenen Texte wurden zu 99,99 % ohne Fehler erkannt. Und wenn einmal ein Fehler auftauchte, so habe ich meist erkannt, dass es wirklich an meiner Aussprache lag. Hellsehen können diese Programme also tatsächlich noch nicht!

Im Detail

Das Programm klinkt sich in die gebräuchlichsten Office- und E-Mail-Programme ein. Hier wird der eingesprochene Text direkt in das Programm übernommen. Alle "unbekannten Programme" werden über ein Diktierfenster unterstützt, d.h. der gesprochene Text wird in einem Extrafenster angezeigt und kann mit einem Klick in eine Anwendung einer Wahl übernommen werden. Das Programm kann jedoch noch mehr, es erlaubt auch die Steuerung des PCs über Spracheingabe. So können zum Beispiel im Browser in einer Suchmaschine nach Begriffen gesucht werden, das E-Mail-Programm gestartet werden, oder andere Aufgaben erledigt werden.

Dies macht für mich Sinn

Was mir wirklich hilft, ist das Einsprechen von längeren Texten. Dies geschieht, auf meine Person bezogen, gefühlt fünfmal schneller als das Tippen auf der Tastatur. Was mir zu langsam, aber dennoch recht gut funktioniert, ist die Steuerung des PCs über Spracheingabe. Hier bin ich mit Mausklicks effizienter.

Wo sind die Grenzen? - Ein Fazit

Das Programm braucht keine lange Anlernzeit an die eigene Sprechweise. Und bereits nach den ersten Minuten hatte ich fast fehlerfreien Text. Dennoch gibt es natürlich einige grammatikalische Feinheiten, oder eigne Sprechweisen, die dem Programm einige Probleme bereiten und zu einer "fehlerhaften Schreibweise" (auf den Sinn bezogen) führen. Ich glaube, dies lässt sich so lange nicht vermeiden, wie das Programm den eigentlichen Sinn des Satzes nicht versteht. Und das (Künstliche Intelligenz), wird wohl noch einige Generationen an Software benötigen, bis es wirklich funktioniert.

Ein Wunsch für die Zukunft

Was etwas lästig ist, ist das Einsprechen der Satzzeichen (,.?!). Ach, wäre das schön, wenn dies automatisch geschehen würde!!!!

Ein Ausblick

Ich habe mir die Premium Version geleistet. Diese ermöglicht auch, eigene, neue Sprachbefehle zur Steuerung von Programmen einzusprechen. Soweit bin ich leider noch nicht gekommen. Dies ist wohl zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Artikel wert. Ich werde über meine Erfahrungen berichten. Für heute möchte ich mit einem etwas abgewandelten Satz schließen: Tippst du noch, oder sprichst du schon?

 

Viel Spaß beim Texten!

 

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